Thema 2.2.1

Jüdisches Leben und deutsche Verantwortung

2.2 Jüdisches Leben und deutsche Verantwortung Etwa 1 Min. Lesezeit

Jüdisches Leben in Deutschland ist sehr alt: die erste jüdische Gemeinde auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands ist vor etwa 1700 Jahren belegt — durch ein Edikt für Köln aus dem Jahr 321.

Am 9. November 1938 zerstörten Nationalsozialisten und ihre Anhänger Synagogen und jüdische Geschäfte. Das jüdische Gebetshaus heißt Synagoge.

Der 27. Januar ist offizieller Gedenktag: er erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus und ist der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Die „Stolpersteine“ im Gehweg erinnern an einzelne Opfer des Nationalsozialismus an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort.

Den Holocaust zu leugnen ist eine Straftat und kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Holocaustleugnung ist ein Beispiel für antisemitisches Verhalten.

Deutschlands besondere Verantwortung für Israel ergibt sich aus den nationalsozialistischen Verbrechen gegen Juden. Der Staat Israel wurde auf Grundlage einer Resolution der Vereinten Nationen gegründet. Die Politik Israels darf öffentlich kritisiert werden; der öffentliche Aufruf zur Vernichtung Israels ist verboten.

Jüdisches Leben heute: die größten jüdischen Gemeinden sind in Berlin und München. Bei den rund 40 jüdischen Makkabi-Sportvereinen dürfen alle Menschen Mitglied werden.

Der Kniefall von Warschau 1970: Bundeskanzler Willy Brandt bat damit Polen und die polnischen Juden um Vergebung.

Fragen zu diesem Thema

13 Fragen

g096

Wie kann jemand, der den Holocaust leugnet, bestraft werden?

  1. 1 Kürzung sozialer Leistungen
  2. 2 bis zu 100 Sozialstunden
  3. 3 gar nicht, Holocaustleugnung ist erlaubt
  4. 4 mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe

Die Leugnung des Holocaust ist Volksverhetzung nach § 130 StGB und wird mit Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

g111

Welche Handlung mit Bezug auf den Staat Israel ist in Deutschland verboten?

  1. 1 die Politik Israels öffentlich kritisieren
  2. 2 das Aufhängen einer israelischen Flagge auf dem Privatgrundstück
  3. 3 eine Diskussion über die Politik Israels
  4. 4 der öffentliche Aufruf zur Vernichtung Israels
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: der öffentliche Aufruf zur Vernichtung Israels

Der öffentliche Aufruf zur Vernichtung Israels ist als Volksverhetzung strafbar. Kritik an der israelischen Regierung bleibt dagegen von der Meinungsfreiheit gedeckt.

g149

Was ist ein Beispiel für antisemitisches Verhalten?

  1. 1 ein jüdisches Fest besuchen
  2. 2 die israelische Regierung kritisieren
  3. 3 den Holocaust leugnen
  4. 4 gegen Juden Fußball spielen
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: den Holocaust leugnen

Die Leugnung des Holocaust ist antisemitisch und in Deutschland strafbar.

g164

Was passierte am 9. November 1938 in Deutschland?

  1. 1 Mit dem Angriff auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg.
  2. 2 Die Nationalsozialisten verlieren eine Wahl und lösen den Reichstag auf.
  3. 3 Jüdische Geschäfte und Synagogen werden durch Nationalsozialisten und ihre Anhänger zerstört.
  4. 4 Hitler wird Reichspräsident und lässt alle Parteien verbieten.
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: Jüdische Geschäfte und Synagogen werden durch Nationalsozialisten und ihre Anhänger zerstört.

Der 9. November 1938 ist der Novemberpogrom. Er markiert den Übergang von der Entrechtung zur offenen Gewalt.

g181

Was wollte Willy Brandt mit seinem Kniefall 1970 im ehemaligen jüdischen Ghetto in Warschau ausdrücken?

Abbildung zu Frage g181: „Was wollte Willy Brandt mit seinem Kniefall 1970 im ehemaligen jüdischen Ghetto in Warschau ausdrücken?“
  1. 1 Er hat sich den ehemaligen Alliierten unterworfen.
  2. 2 Er bat Polen und die polnischen Juden um Vergebung.
  3. 3 Er zeigte seine Demut vor dem Warschauer Pakt.
  4. 4 Er sprach ein Gebet am Grab des Unbekannten Soldaten.
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: Er bat Polen und die polnischen Juden um Vergebung.

Der Kniefall von Warschau war eine wortlose Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen an Polen und den polnischen Juden.

g184

Auf welcher rechtlichen Grundlage wurde der Staat Israel gegründet?

  1. 1 eine Resolution der Vereinten Nationen
  2. 2 ein Beschluss des Zionistenkongresses
  3. 3 ein Vorschlag der Bundesregierung
  4. 4 ein Vorschlag der UdSSR
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: eine Resolution der Vereinten Nationen

Grundlage war der Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947; 1948 wurde der Staat Israel ausgerufen.

g206

Woran erinnern die sogenannten „Stolpersteine“ in Deutschland?

  1. 1 an berühmte deutsche Politikerinnen und Politiker
  2. 2 an die Opfer des Nationalsozialismus
  3. 3 an Verkehrstote
  4. 4 an bekannte jüdische Musiker
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: an die Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine sind kleine Messingtafeln im Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Opfern des Nationalsozialismus.

g220

Der 27. Januar ist in Deutschland ein offizieller Gedenktag. Woran erinnert dieser Tag?

  1. 1 an das Ende des Zweiten Weltkrieges
  2. 2 an die Verabschiedung des Grundgesetzes
  3. 3 an die Wiedervereinigung Deutschlands
  4. 4 an die Opfer des Nationalsozialismus (Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz)
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: an die Opfer des Nationalsozialismus (Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz)

Am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz befreit. Der Tag ist seit 1996 der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

g288

Woraus begründet sich Deutschlands besondere Verantwortung für Israel?

  1. 1 aus der Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU)
  2. 2 aus den nationalsozialistischen Verbrechen gegen Juden
  3. 3 aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
  4. 4 aus der christlichen Tradition
Antwort anzeigen

Richtige Antwort: aus den nationalsozialistischen Verbrechen gegen Juden

Die besondere Verantwortung folgt aus den nationalsozialistischen Verbrechen an den Juden Europas.

Zurück zum Kapitel